Magen & Darm

Icon 127

Magen & Darm

Magen und Darm – mehr als nur reine Nahrungsverwerter
Wenn Magen und Darm aus dem Takt geraten
So können wir unseren Darm unterstützen

Magen und Darm – mehr als nur reine Nahrungsverwerter

Unsere Verdauung ist ein sehr komplexes System, an dem Mund, Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm mit Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse und Dickdarm beteiligt sind. Im engeren Sinn wird auch der Begriff Verdauungstrakt oder auch Gastrointestinaltrakt speziell für Magen und Darm verwendet. Hauptaufgabe ist die Umwandlung der Nahrung in verwertbare Bausteine, also Nährstoffe, die dann vom Dünndarm aufgenommen (resorbiert) und an das Blut weitergegeben werden, um sie dann an ihren Bestimmungsort zu transportieren. Unverwertbare Nahrungsbestandteile werden über den Dickdarm ausgeschieden. Diesen Verarbeitungsprozess unterstützen Drüsen (Speicheldrüsen, Bauchspeicheldrüse, Leber und Gallenblase), indem sie für die Verdauung wichtige enzymhaltige Sekrete beisteuern. Durch den sauren Magensaft werden zudem fast alle Bakterien abgetötet. Den Hauptanteil an der Verdauungsarbeit trägt jedoch der Darm mit seinen Milliarden von Darmbakterien. Er steuert die meisten Stoffwechselvorgänge im Körper und übernimmt damit eine sehr wichtige Aufgabe zur Aufrechterhaltung unserer Gesundheit. Die gewonnenen Nährstoffe (Zucker, Fettsäuren, Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe) nutzt unser Körper, um daraus Energie für weitere biologische Prozesse, aber auch Stoffe für das Wachstum und den Aufbau von Gewebe zu gewinnen. Zudem liefert das Verdauungssystem ständig Wasser, Mineralstoffe (Natrium, Calcium) und viele weitere Substanzen, die unserem Organismus über Ausscheidungsprozesse (Urin, Stuhl, Schweiß) verloren gehen.

Die Darmbakterien, auch Darmflora genannt, helfen aber nicht nur bei der Verarbeitung der aufgenommenen Nahrungsmittel, sondern haben auch maßgeblichen Einfluss auf die Schlagkraft unseres Immunsystems. Im Darm werden nämlich jene Immunzellen gebildet, die unseren Körper vor Giftstoffen, Bakterien und Viren schützen. Das funktioniert aber nur, wenn genügend „gesunde Bakterien“ vorhanden sind, also ein mikrobielles Gleichgewicht vorherrscht. Eine intakte Darmflora sorgt also dafür, dass unsere Verdauung funktioniert und wir uns wohl fühlen. Es heißt nicht umsonst: Unsere Gesundheit beginnt im Darm!

Wenn Magen und Darm aus dem Takt geraten

Wie lange der Verdauungsprozess dauert und wie „gesund“ dieser abläuft, hängt von verschiedenen Faktoren wie die Zusammensetzung der Nahrung, unserer körperlichen Bewegung und auch von unserer psychischen Verfassung, also auch von einer ausgewogenen Lebensweise, ab. Unsere moderne Leistungsgesellschaft ist allerdings mehr und mehr von einer unausgewogenen Lebensweise geprägt: Wir sitzen zu viel, essen zu schnell, zu einseitig und zu unregelmäßig, konsumieren Genussmittel wie Alkohol im Übermaß, haben Stress bei der Arbeit und finden keine Zeit mehr für sportlichen Ausgleich und Entspannung. Das alles belastet auf Dauer Magen und Darm, das komplexe System und speziell die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht, wodurch es zu gesundheitlichen Problemen kommen kann: Sodbrennen, Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Reizmagen oder Reizdarm, Geschwüre im Magen oder Darm, Darmpolypen, Leberentzündung (Hepatitis), Gallensteine oder Verdauungsstörungen sind nur einige Beispiele. Wer häufiger unter diesen Beschwerden leidet, oder auch bei akut auftretenden massiven Beschwerden, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Im Alter produzieren die Körperdrüsen zudem weniger Hormone und Verdauungssekrete, und häufig sind wir aufgrund von Erkrankungen auf die mitunter dauerhafte Einnahme von Medikamenten angewiesen. All dies hat Einfluss auf die Zusammensetzung der Darmflora: Nützliche Milchsäurebakterien wie Lactobazillen und Bifidobakterien werden reduziert, andere, ungesunde Keime vermehren sich, was sich negativ auf den Verdauungsprozess auswirkt.

So können wir unseren Darm unterstützen

Magen-Darm-Beschwerden wie Druck- oder Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung haben wir alle schon am eigenen Leib erfahren. Sie verursachen einige Tage Unwohlsein, sind aber meistens harmlos und mit einfachen Mitteln in den Griff zu bekommen. Wichtig dabei sind insbesondere Bettruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann die Zufuhr von lebensfähigen, gesunden Mikroorganismen, sogenannte Probiotika, sehr hilfreich sein. Insbesondere Laktobazillen und Bifidobakterien können eine gestresste Darmflora im Gleichgewicht halten. Besser ist aber natürlich, es gar nicht erst zu einem Ungleichgewicht bzw. einer gestörten Verdauung kommen zu lassen. Und dafür können wir einiges tun. Mit ein paar einfachen Grundregeln können wir unseren Darm unterstützen und damit für eine gesunde Verdauung sorgen. Das Wichtigste ist, auf die Ernährung und die Essensgewohnheiten zu achten, d.h.

  • viel Obst und Gemüse – sie enthalten neben vielen Vitaminen, die zur normalen Funktion des Immunsystems (auch des darmeigenen Immunsystems) beitragen, auch die nützlichen sekundären Pflanzenstoffe Carotinoide und Bioflavonoide
  • viel Reis und Kartoffeln
  • Zucker, Fett und Alkohol meiden
  • auf Nahrungsmittel mit Konservierungsstoffen und Fast Food verzichten
  • sich fürs Essen Zeit nehmen und versuchen, feste Zeiten einzuhalten
  • über den Tag verteilt für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter) sorgen

Regelmäßige Bewegung ist genauso wichtig wie eine ausgewogene Ernährung – und das am besten an der frischen Luft. Das bringt den Darm in Schwung und sorgt für eine regelmäßige Verdauung, idealerweise auch ohne Abführmittel. Der Gang zur Toilette sollte dabei bewusst eingeplant und wenn möglich, nicht verschoben werden. Stress und Hektik – egal ob beruflich oder privat – zu vermeiden, ist manchmal nicht einfach. Umso wichtiger ist es, einen regelmäßigen Ausgleich zu schaffen, sei es durch Bewegung, durch Entspannungstechniken wie autogenes Training und natürlich durch ausreichend Schlaf. Medikamente sollten nur dann eingenommen werden, wenn sie auch wirklich nötig sind.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen