Herz & Kreislauf

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Herz & Kreislauf

Blutkreislauf – Versorgungs- und Entsorgungssystem unseres Körpers
Das kann unser Kreislaufsystem belasten
So können wir Herz und Kreislauf unterstützen

Blutkreislauf – Versorgungs- und Entsorgungssystem unseres Körpers

Unser Blutkreislauf ist ein geschlossenes Gefäßsystem, dessen wichtigste Aufgabe es ist, alle Organe und Gewebe kontinuierlich mit Sauerstoff, Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen und die Abbauprodukte des Stoffwechsels, wie beispielsweise Kohlendioxid, aus den Körperzellen wieder abzutransportieren. Daneben zirkulieren im Blut aber auch wichtige Botenstoffe (Hormone) und Abwehrzellen unseres Immunsystems. Der Motor dieses Kreislaufsystems ist unser Herz, ein muskuläres Hohlorgan, das mit jedem Herzschlag das Blut durch unseren Körper pumpt – und das mehr als 100.000 Mal täglich. „Verbrauchtes“, also mit Kohlendioxid beladenes Blut wird über die Venen zum Herzen zurückgeführt, das es in die Lungenschlagader pumpt. In der Lunge findet der lebenswichtige Gasaustausch statt: Das „verbrauchte“ Blut gibt das eingesammelte Kohlendioxid ab und nimmt stattdessen Sauerstoff auf. Dieses „frische“ sauerstoffreiche Blut fließt über die Lungenvene zurück in das Herz. Der relativ kurze Weg des Blutes vom Herzen in die Lunge und zurück wird als kleiner oder auch Lungenkreislauf bezeichnet.
Das sauerstoffreiche Blut wird vom Herz in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt. Die Aorta verzweigt sich danach mehrfach, die einzelnen Äste teilen sich immer weiter auf bis hin zu winzigen Verästelungen, über die sie die Körperzellen in den Organen und Geweben erreichen. Durch die Gefäßwände hindurch können dann Sauerstoff und Nährstoffe vom Blut in die Körpergewebe bzw. umgekehrt Abbauprodukte von den Geweben ins Blut gelangen. Die Gesamtheit dieser weitreichenden Verzweigungen vom Herzen in den gesamten Körper und wieder zurück ist der große oder auch Körperkreislauf. Gefäße, die im großen Kreislauf vom Herzen wegführen und sauerstoffreiches Blut tragen, werden als Arterien bezeichnet (arterieller Kreislauf). Die Venen des großen Kreislaufs transportieren dagegen sauerstoffarmes Blut (venöser Kreislauf).

Das Herz besitzt ein eigenes Blutgefäßsystem, die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen und damit einen wichtigen Beitrag für die Funktion des Herzens leisten. Jeder Herzschlag bedeutet, dass sich die Herzmuskelfasern kontrolliert zusammenziehen und wieder entspannen. Impulsgeber für das Zusammenziehen ist der Sinusknoten, der natürliche Schrittmacher unseres Herzens. Die Pumparbeit wird in zwei Abschnitte unterteilt: Während der sogenannten `Systole´ herrscht in den Arterien ein relativ hoher Druck, während der `Diastole´ ist er deutlich geringer. Gesunde Erwachsene haben in Ruhe einen Blutdruck um etwa 120/80 mmHg.

Das kann unser Kreislaufsystem belasten

Durch eine Vielzahl von Risikofaktoren kann es zu krankhaften Veränderungen von Herz und Kreislauf kommen. Zu den wichtigsten Erkrankungen gehören Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Oft geht eine Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung genannt, voraus. Dabei lagert sich an den Gefäßinnenwänden Cholesterin und andere Blutfette sowie Blutplättchen ab, wo sich dann später auch Kalk einlagert. Folge ist eine Verengung der Arterien, der Blutstrom wird behindert. Bei den Risikofaktoren unterscheidet man beeinflussbare und nicht-beeinflussbare Faktoren.

Zu den nicht-beeinflussbaren Faktoren zählen das Geschlecht, eine familiäre Vorbelastung und das Alter.

Dagegen gehören Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte (vor allem Cholesterin), Diabetes, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Stress und zu wenig körperliche Bewegung zu den Faktoren, die beeinflussbar sind. Hier können wir also selbst etwas tun, um Herzkreislauferkrankungen zu vermeiden!

So können wir Herz und Kreislauf unterstützen

Für ein gesundes Herzkreislaufsystem gilt es in erster Linie, bestehende Risikofaktoren auszuschalten und zu einem gesunden Lebensstil zu finden – dann lassen sich viele Herzkrankheiten vermeiden.
Gesundes Essen ist einer der Hauptfaktoren, mit dem wir unser Herz und unsere Blutgefäße gesund erhalten können. Das bedeutet eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz, weniger Zucker und weniger Fett (insbesondere weniger Cholesterin) und statt tierischen Fetten besser pflanzliche Fette. Zudem sollten regelmäßig „bunte“ Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen, also grün wie Spinat oder Brokkoli, gelb wie Kürbis oder Aprikosen und rot wie Tomaten oder Beeren. Vollkornprodukte sollten ebenfalls täglich auf den Tisch kommen, denn sie sorgen dafür, dass der Cholesterinspiegel gesenkt und damit einer Arterienverkalkung vorgebeugt wird. Ausreichend Trinken – 1,5 bis 2 Liter täglich – verhindert zudem eine Verdickung des Blutes und damit die Gefahr einer Thrombose in den Venen.
Regelmäßige Bewegung bzw. moderater Sport, am besten täglich, senken das Risiko für Herzkreislauferkrankungen. Empfehlenswert ist beispielsweise Ausdauertraining von 20 bis 45 Minuten, und das idealerweise vier- bis fünfmal die Woche – wichtig dabei: seine eigene Belastungsgrenze nicht zu überschreiten. Aber auch schon kleine Bewegungen im Alltag sind bereits sehr hilfreich – Treppensteigen statt Aufzug oder Rolltreppe fahren, Spazierengehen, mit dem Rad fahren, anstatt das Auto zu nehmen, oder auch Gartenarbeit sind nur einige Beispiele. Für die Gesunderhaltung der Venen gibt es auch eine spezielle Venengymnastik. Generell gilt: Laufen und Liegen ist besser als Stehen und Sitzen.
Für ein gesundes Herz ist auch wichtig, sein Gewicht unter Kontrolle zu haben. Der sogenannte Body Mass Index (BMI) kann dabei als Orientierung dienen: Er sollte zwischen 19 und 25 liegen. Wer mehr hat, sollte abnehmen, entweder durch mehr Bewegung oder weniger Kalorien (oder beides). Die Reduktion des Körpergewichts tut zudem den Venen gut, weil sie durch weniger Gewicht entlastet werden.
Da Rauchen – sowohl aktiv als auch passiv – dem Herzen schadet, sollte man besser ganz darauf verzichten. Und auch Alkohol sollte nur in Maßen genossen werden.
Dauerhafter Stress – ob im Beruf oder privat – wirkt sich ebenfalls negativ auf Herz und Kreislauf aus. Umso wichtiger ist es, mit Stress richtig umzugehen und dadurch ein gesundes Gleichgewicht zwischen Anspannungs- und Entspannungsphasen im Alltag zu schaffen. Entspannend und erholsam ist dabei alles, was uns auf andere Gedanken bringt und unser Wohlfinden steigert. Entspannung lässt sich auch lernen, beispielsweise durch Techniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Meditation, Yoga oder Tai Chi.

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