Gehirn & Nerven

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Gehirn & Nerven

Nervensystem – Faszinierendes Kommunikationsnetzwerk unseres Körpers
Das kann eine reibungslose „Kommunikation“ stören
So können wir Gehirn und Nerven unterstützen

Nervensystem – Faszinierendes Kommunikationsnetzwerk unseres Körpers

Denken, Fühlen, Empfinden, Lernen, Erinnern – diese Fähigkeiten verdanken wir unserem Gehirn und Nervensystem. Durch unsere Sinnesorgane Augen, Nase, Ohren, Zunge und Sensoren in der Haut nehmen wir Reize aus der Umwelt wahr, die an das Nervensystem weitergeleitet werden – so kommunizieren wir mit unserer Umwelt. Bausteine dieses hochkomplexen Kommunikationssystems sind die Nervenzellen, auch Neurone genannt. Sie besitzen einen Zellkörper und Zellfortsätze – Axone und Dendriten – über die sie mit anderen Nervenzellen oder Körperzellen wie Muskel- oder Drüsenzellen verbunden sind. Die ankommenden Reize werden in elektrische Signale „übersetzt“ und dann sozusagen elektrisch weitergeleitet. An der Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen, der sogenannten Synapse, werden die elektrischen Signale mithilfe von biochemischen Botenstoffen, sogenannten Transmittern, von einer Nervenzelle zur nächsten übertragen.
Neben den Neuronen besteht das Nervensystem noch aus den Gliazellen, die die Nervenzellen stützen und das schnelle Weiterleiten von Signalen garantieren. Zudem sorgt ein dichtes Netz von Blutgefäßen für eine ausreichende Versorgung der Nervenzellen mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen (insbesondere Magnesium und Vitamin B1). Das Gehirn, das allein schon aus etwa 100 Milliarden Nervenzellen besteht, fungiert als Informations- und Schaltzentrale. Hier laufen permanent Signale aus der Umwelt und von den Organen zusammen und werden zu Reaktionen wie beispielsweise Muskelbewegungen oder Schmerzempfinden weiterverarbeitet. Aufgrund seiner großen Aktivität ist es das Organ mit dem höchsten Energiebedarf – allein 20 % der gesamten Körperenergie werden von unserem Gehirn verbraucht.
Unser Nervensystem gliedert sich in das Zentralnervensystem, das sich aus Gehirn und Rückenmark zusammensetzt, und das periphere Nervensystem. Die Nervenstränge des peripheren Systems durchlaufen, ausgehend von Gehirn und Rückenmark, den ganzen Körper. Sie empfangen die Signale von den Sinnesorganen und steuern Organe, Muskeln und Drüsen. Die Befehle dazu kommen aus dem Gehirn.
Neben den bewussten Fähigkeiten spielen sich auch zahlreiche unbewusste Prozesse in unserem Körper ab, die ohne Nervensystem und Gehirn nicht funktionieren würden. Dazu zählen Herztätigkeit, Atmung, Kreislauf, Muskeltätigkeit aller Organe, Stoffwechsel, Verdauung, Ausscheidung, Körpertemperatur und Fortpflanzung. Die Kontrolle dieser lebenswichtigen Funktionen, die wir nicht bewusst wahrnehmen, übernimmt das autonome oder auch vegetative Nervensystem. Dieses besteht wiederum aus drei Teilen: dem sympathischen Nervensystem, das beispielsweise für die Erhöhung von Herzschlag und Atmung, für eine verbesserte Durchblutung der Muskulatur und das Fördern von Schwitzen sorgt. Dieser Teil dominiert in Stresssituationen. Das parasympathische Nervensystem fungiert als Gegenspieler: Es verlangsamt Herzschlag und Atmung, fördert die Verdauung und ist damit vorrangig in Entspannungsphasen aktiv. Die Bewegung und Sekretion bzw. die Nährstoffaufnahme der Verdauungsorgane werden unabhängig von diesen beiden Teilsystemen von einem eigenen Eingeweidenervensystem, auch enterisches Nervensystem genannt, reguliert, das fast den ganzen Magen-Darm-Trakt durchzieht.

Das kann eine reibungslose „Kommunikation“ stören

Das Älterwerden geht leider auch nicht spurlos an Gehirn und Nerven vorüber. Im Laufe der Jahre sterben Nervenzellen ab, ohne dass sie wieder ersetzt werden, sodass wir mit zunehmendem Alter weniger Nervenzellen haben. Das bekommen wir dann auch zu spüren: Die Gedächtnisleistung lässt nach, wir fühlen uns häufiger müde und schlapp, weil unser Energiestoffwechsel langsamer wird und auch die Muskeln nicht mehr so wollen wie früher. Aber auch körperliche oder seelische Belastungen und Stress führen auf Dauer zu Ermüdungserscheinungen und einer verminderten mentalen Leistungsfähigkeit.
Eine beeinträchtigte Funktion bzw. Fehlfunktionen von Gehirn und Nervensystem können aber auch durch äußere Einflüsse wie Infektionen durch Bakterien und Viren, Gifte oder genetische Defekte entstehen, die dann zu Störungen von Stoffwechselprozessen und darüber zu neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen führen. Es kann auch zu Entzündungen der Nerven kommen, die oft mit Schmerzen verbunden sind (sogenannte Neuralgien). Ist das vegetative Nervensystem geschädigt, können Herzrhythmusstörungen, Blasenschwäche oder Potenzstörungen die Folge sein. Mitunter können auch mehrere Nerven des peripheren Nervensystems – unabhängig von der Funktion – erkrankt sein (sogenannte Polyneuropathien).
Eine sehr häufige Ursache für Schädigungen des Gehirns und der Nerven ist eine mangelnde Durchblutung, beispielsweise durch Blutunterzuckerung, Herzstillstand und Erstickungssymptome oder auch chronischer Alkoholmissbrauch. Folge davon ist eine unzureichende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen. Aber auch krankhafte Veränderungen, Verletzungen oder Störungen in der Signalübertragung können zu Fehlfunktionen führen.

So können wir Gehirn und Nerven unterstützen

Neurologische und psychiatrische Erkrankungen gehören natürlich in die Hände von Ärzten. Aber wir können selbst viel dafür tun, um unser Gehirn und Nervensystem auf natürliche Weise fit und gesund zu halten.
Durch Denksport wie Kreuzworträtsel, Sudoku und Schach oder auch durch das Erlernen einer Fremdsprache trainieren wir das Gedächtnis, fördern die Konzentration und bleiben so mental beweglich. Auch mit dem Besuch von kulturellen Veranstaltungen oder Reisen in fremde Kulturen bleiben wir geistig aktiv.
Regelmäßige Bewegung wie Spaziergänge, Wandern oder Radfahren an der frischen Luft steigern die Durchblutung und sorgen damit für eine verbesserte Sauerstoffversorgung des Gehirns.
Neben einer abwechslungsreichen gesunden Ernährung ist auch eine genügende Menge an Flüssigkeit wichtig – am besten 1,5 bis 2 Liter täglich. Damit sorgen wir für eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Nährstoffen (Mineralstoffe wie zum Beispiel Magnesium, Spurenelemente) – gute Voraussetzungen für eine normale Nervenfunktion und optimalen Energiestoffwechsel. Durch Sport oder körperliche Arbeit kann es durch übermäßiges Schwitzen zu einem Flüssigkeitsverlust und damit dem Verlust von lebenswichtigen Mineralstoffen kommen, was die normale Nervenfunktion beeinträchtigt. Dieser Verlust sollte dann zusätzlich ausgeglichen werden.
Gerade in Stresssituationen kann es zu rascher Ermüdung bzw. Müdigkeit kommen. Hier kann der Körper durch sogenannte Adaptogene entlastet werden. Adaptogene sind Natursubstanzen (beispielsweise Rhodiola rosea), die den Organismus dabei unterstützen können, sich außergewöhnlichen Belastungen, also Stresssituationen, besser anzupassen.

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